Mehr als ein normales Drumset
Christian Wissel, Philipp Mohr und Sven Forker mit einer Variation von Schlaginstrumenten
Am 7. November 2022 folgte die zweite Veranstaltung im Rahmen des „Forums Musik“: Nach der herausragenden Darbietung der „Winterreise“ durch den Starsänger Tilmann Lichdi und den Gitarristen Klaus Jäckle im September erwartete uns diesmal etwas ganz anderes.
Für diese Aufführung am NGN konnten Frau Spehr und Herr Braun die drei erstklassigen Schlagzeuger bzw. Perkussionisten Christian Wissel, Philipp Mohr und Sven Forker gewinnen, die der Zuhörerschaft einen Einblick in eine völlig neue Richtung der Musik ermöglichten. Dabei stand die Verwendung nicht-alltäglicher Schlaginstrumente im Rahmen der klassischen Musik im Vordergrund. Da unsere Generation mit dem Schlagzeug in erster Linie ausschließlich das typische Drumset aus dem Genre des Rock verbindet, war dies für viele von uns etwas ganz Neues. Schon beim Betreten unseres Musiksaals blickte man in einige fragende Gesichter, da neben verschiedenen Trommeln teils auch sehr exotische Instrumente aufgebaut waren. Die Darbietung verschiedener instrumentaler Stücke erfolgte mal auf ghanaischen Tom-Toms (z.B. Daniel Levitans - Variations on a Ghanian Theme), mal auf kubanischen Kuhglocken oder einem Marimbaphon.
Gleich zu Beginn wurde es mit dem Stück „Trio“ von Joe Tompkins in erster Linie laut und eindrucksvoll, da die Kombination aus drei Trommeln eine fesselnde Wirkung erzielte. Den Musikern gelang es sofort, alle Zuhörer mitzureißen und eine Vielzahl wechselnder Emotionen auszulösen. Besonders erstaunlich war, auf welche Art verschiedenste Stimmungen von Eifer bis Melancholie ausgedrückt wurden und wie die teils ungewöhnlichen Instrumente vielfältige musikalische Effekte erzeugen konnten. Auch die regelmäßige Variation in der Besetzung bot viel Abwechslung, die v.a. bei den Kompositionen für das Marimbaphon deutlich wurde. Je nachdem, ob Christian Wissel allein, er im Duo oder sogar das gesamte Trio spielte, wurden immer jeweils unterschiedliche klangliche Schwerpunkte gesetzt. Den krönenden Abschluss stellte die Neuinterpretation des Stücks „Quadrinomial“ (Bred Dittgen) als Arrangement für ein Trio dar. Hierbei fanden sich alle Schlagzeuger an drei kleinen Trommeln wieder, die nicht nur mit herkömmlichen Trommelstöcken, sondern auch mit einem „Besen“ bespielt wurden.
Nach Ende der Aufführung blieb noch Zeit für Fragen der Schüler*innen und Lehrkräfte, wodurch ein interessantes Fachgespräch über die besonderen Instrumente zustande kam. Dies setzte sich beim gemeinsamen Aufräumen der Trommeln & CO fort, wodurch die ohnehin herzliche Atmosphäre noch ausgeweitet wurde. Insgesamt gelang es dem Trio, uns ein ganzes Repertoire an Schlaginstrumenten auf einprägsame Weise zu präsentieren, weshalb diese Vorstellung vielen sicherlich lange im Gedächtnis bleiben wird.
Im Namen aller Zuhörer*innen möchten wir uns an dieser Stelle ganz herzlich bedanken - natürlich in erster Linie bei den Künstlern. Aber auch Frau Spehr, Herrn Braun und der gesamten Fachschaft Musik ist ein großes Dankeschön auszusprechen, da wir ohne deren kontinuierlichen Einsatz ein Projekt wie das „Forum Musik“ mit einem solchen musikalischen Höhepunkt nicht erleben könnten.
Vivian Schmelzer, Q12