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Wie auch im Jahr
zuvor bot die Elisabeth-J.-Saal-Stiftung ein dreitägiges Rhetorik-Seminar für „besonders
tüchtige Griechisch-Schüler" an.
Ich würde von mir
selbst nie behaupten, ich sei eine besonders tüchtige Griechisch-Schülerin *g*,
durfte jedoch trotzdem an diesem Seminar teilnehmen und reiste so am 1.
November zum Schloss Spindlhof.
Zugegeben: Meine
Erwartungen an diese drei Tage waren nicht sehr hoch. Ich hatte Angst vor
endlosen Vorträgen über verstaubtes Rhetorik-Wissen und meinen wahrscheinlich
hochintelligenten, superfleißigen Mitschülern. Als ich jedoch alle kennen
gelernt hatte, wurde mir klar, dass das ganz normale Zehnt- bzw. Elftklässler
waren wie ich auch. Beim gemeinsamen Kaffeetrinken wurden bereits die ersten
Freundschaften geschlossen. Anschließend gab es die offizielle Begrüßung von Herrn
Wilhelm Pfaffel und Kennenlern-Spiele.
Unser Seminar war in
2 Teile gegliedert: Zuerst die antike Rhetorik noch am ersten Abend, und die
folgenden zwei Tage moderne Rhetorik. Unser Referent, Herr Janka erarbeitete
mit uns in den folgenden vier Stunden Aspekte der antiken Rhetorik anhand
lateinischer und griechischer Texte (für mich als Nicht-Lateiner eine
komplizierte Herausforderung... ). Nach diesen sehr theoretischen Stunden fielen
wir dann um 21.00 Uhr erschöpft ins Bett.
In den folgenden
zwei Tagen widmeten wir uns dann mit Herrn Herrmann der modernen Rhetorik. Ein
lockeres und kreativ gestaltetes Programm und zahlreiche Essens- und Kaffee-Pausen
sorgten für heitere Stimmung und nahmen uns die teilweise sehr großen Ängste
vor den Reden, die wir alle halten mussten. Jeder hatte schon ein Referat mit
Thema seiner Wahl vor dem Seminar vorbereiten sollen; dieses wurde dann nach
den erarbeiteten Regeln vorgetragen, mit Videokamera aufgezeichnet, danach
angeschaut und besprochen. Dieser Arbeitsauftrag zeigte auch deutlich, dass der
Vortragsraum mit Eliteschülern gefüllt war: Alle präsentierten ein
beeindruckendes Ergebnis.
Doch dieser Vortrag
sollte nicht der einzige bleiben; es wurden noch weitere am Abend vorbereitete,
sowie zwei Spontanreferate von jedem gehalten. Die letzteren waren für mich
persönlich das größte Grauen: Man erhielt einen kleinen Zettel auf dem nur ein
Stichwort stand, und dann hieß es zwei Minuten frei über dieses Thema reden.
Ohne Nachdenkzeit. Mit Videokamera vor der Nase. Panik!!! Aber es lief wieder
bei jedem erstaunlich gut, obwohl wir teilweise sehr skurrile Themen hatten
(„Gummibärchen", „Schuhgröße")
Der letzte Tag hatte
die Diskussion zum Thema. Es wurden zwei Themen ausgesucht („Wählen ab 16" und „Verbot
von Killerspielen"), jeweils zwei Grüppchen für pro und contra gebildet und
dann Argumente gesammelt. Das Ergebnis war eher zweitrangig, denn unsere
Diskussionen endeten in einem heftigen Wortgefecht, das eine endgültige Lösung
ausschloss. Es war sicherlich lustig mit anzusehen, wie wir uns richtig zu
streiten begannen, ob jetzt Amokläufe von Killerspielen ausgelöst werden, oder
ob da nicht schon davor etwas schief gelaufen ist in der Erziehung. Aber keine
Angst - als die Diskussion dann vorbei war, vertrugen wir uns wieder super. Es
war für alle sehr erfrischend und erheiternd gewesen *g*.
Und schließlich
rückte die Stunde des Abschieds näher. Die Zimmer wurden geräumt, Adressen
ausgetauscht und letzte Bilder gemacht. Am späten Nachmittag bestiegen wir dann
den Bus/Zug nach Hause.
Ich bin sehr froh,
dass ich an diesem Projekt teilnehmen durfte, da mir diese drei Tage ein Stück
Lebenserfahrung gegeben haben. Neben den nützlichen Tipps zum Redenhalten habe
ich tolle Menschen kennen gelernt und viel Spaß gehabt. Danke an alle, die
diese drei Tage möglich gemacht haben!
Annika Hansl, 10b
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