Bei meinem siebenwöchigen Aufenthalt in Angers hatte ich im Rahmen des Erasmus+-Programms die Möglichkeit, viele Erfahrungen sammeln zu können. Am 28.08.2025 kam ich in Angers an. Angers ist die Hauptstadt des Départements Maine-et-Loire und zählt mit rund 157.555 Einwohnern zu den mittelgroßen Städten Frankreichs. Außerdem gilt die Stadt als eine der grünsten Städte Frankreichs. Während meiner Zeit in Frankreich besuchte ich das Collège Saint-Benoît. Dabei handelt es sich um eine katholische Privatschule, die durch ihre beeindruckende Architektur auffällt. Ich wurde der Troisième zugeteilt, da dies dem neunten Schuljahr in Deutschland entspricht und ich zu diesem Zeitpunkt 14 Jahre alt war.
Meine Austauschpartnerin heißt Mathilde und ist ebenfalls 14 Jahre alt. Ich kenne sie schon seit sechs Jahren, da unsere Eltern befreundet sind. Sie hat drei ältere Geschwister, die jedoch bereits ausgezogen sind, sodass ich ein eigenes Zimmer hatte. Das empfand ich als sehr angenehm, da ich mich dort zurückziehen konnte und einen eigenen Platz für mich hatte. Die Mutter meiner Austauschpartnerin arbeitet als Leiterin der Universitätsbibliothek in Angers, der Vater ist Professor für Physik und Chemie an einer Universität in Paris. Ich verstand mich von Anfang an sehr gut mit der Familie und wurde herzlich aufgenommen. Dadurch fühlte ich mich schnell wohl und fast wie zu Hause.
Der Alltag in Frankreich ist gut strukturiert. Um 7 Uhr klingelte der Wecker, anschließend frühstückten wir gemeinsam und machten uns für die Schule fertig. Gegen 8 Uhr verließen wir das Haus und fuhren mit der Straßenbahn zur Schule. Der Unterricht begann um 8:30 Uhr. Nach etwa zwei Stunden gab es die erste Pause. Um 12:30 Uhr fand die Mittagspause statt, in der wir in der Schulkantine aßen. Das Essen war sehr lecker und es gab eine große Auswahl. Den restlichen Teil der Pause verbrachten wir meist auf dem Schulhof mit Freunden. Der Unterricht endete gegen 17 Uhr. Danach trafen sich viele Schülerinnen und Schülernochaußerhalb der Schule. Oft gingen wir zu einer Bäckerei, um Kuchen, Tartes oder Snacks zu kaufen. Diese dienten als Nachmittagssnack, da das Abendessen meist erst gegen 20 Uhr stattfand. Bis dahin erledigten wir die Hausaufgaben oder gingen sportlichen Aktivitäten bzw. Hobbys nach. ![]()
Am Wochenende unternahmen wir häufig etwas gemeinsam. Zum Beispiel gingen wir mit der Mutter auf den Markt, machten Ausflüge oder gingen anschließend in ein Restaurant essen. Eine meiner Lieblingsaktivitäten war ein Tagesausflug in die Bretagne. Wir fuhren morgens los und verbrachten den Tag am Strand. Das Wasser war sehr warm und die Natur beeindruckend. Da wir sehr müde waren, machten wir auf dem Rückweg einen Halt in Batz-sur-Mer und probierten dort in einer Crêperie herzhafte Galettes und süße Crêpes, die für mich zu den bestenzählen, die ich je gegessen habe.
Außerdem ermöglichte mir meine Gastfamilie ein ganzes Wochenende in Paris. Sie zeigten mir dort sowohl die bekannten Sehenswürdigkeiten als auch Orte, die die normalen Touristen nicht zu sehen bekommen. Einen Tag verbrachten wir in Saumur und besichtigten das Schloss. Nach einem Besuch im Pferdemuseum besuchten wir eine Vorführung des Cadre Noir, der berühmt für seine klassische Reitweise ist.
Insgesamt hat mir der Erasmus+-Aufenthalt nicht nur geholfen, meine Französischkenntnisse deutlich zu verbessern, sondern auch meine Selbständigkeit, Offenheit gegenüber anderen Kulturen und mein Selbstvertrauen nachhaltig zu stärken.
Lilo, Klasse 9a


